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Pferd in Frankreich gekauft: Was passiert, wenn das Pferd Ihren Erwartungen nicht entspricht?


Sie haben ein Pferd in Frankreich gekauft und nun stellt es sich heraus, dass das Pferd Ihren Erwartungen überhaupt nicht entspricht. Ob ein Rücktrittsrecht, bzw. Minderungsrecht besteht, hängt von den Umstanden ab.


Unten stehend eine Zusammenfassung der Ihnen zur Verfügung stehenden Rechtsmittel.

1. Gewährleistung


Artikel L211-4 des französischen Verbraucherschutzgesetzes lautet: "Der Verkäufer ist verpflichtet, vertragsgemäße Waren zu liefern und haftet für jede zum Zeitpunkt der Lieferung bestehende Vertragswidrigkeit".


Dies gilt auch bei Pferden. Der Verkäufer ist dementsprechend verpflichtet, ein Pferd zur Verfügung zu stellen, das der Beschreibung und den dargestellten Eigenschaften entspricht.


Dieser Artikel gilt jedoch nur für Verträge, die zwischen professionellen Verkäufern und privaten (Amateur-)Käufern abgeschlossen werden; er gilt nicht zwischen zwei Privatpersonen oder zwei Professionellen.


Diese Klage zur Gewährleistung der Konformität kann innerhalb von zwei Jahren nach der Übergabe des Pferdes eingereicht werden.



2. Versteckte Mängel



Das französische Bürgerliche Gesetzbuch in den Artikeln 1641 bis 1649 und das französische Landwirtschaftsgesetzbuch in dem Artikel L 213-1 regeln die Frage der versteckten Mängel.


Die Frist für die Erklärung eines solchen Mangels beträgt zwei Jahre ab Entdeckung des Mangels. Dennoch je länger die Verzögerung zwischen Kauf des Pferdes und Entdeckung des Mangels ist, desto schwieriger wird es für Ihren Tierarzt sein, die Vorgeschichte des Pferdes zu beweisen.


Dazu müssen insbesondere folgende Fragen bejaht werden:


  • Handelt es sich wirklich um einen versteckten Mangel handelt, oder hätte der Käufer den Mangel bei dem Kauf merken sollen? Ob der Käufer den Mangel hätte merken sollen, hängt auch davon ab, ob der Käufer ein Amateur oder ein Profi ist. Derselbe Mangel kann für einen Profi offensichtlich und für einen Amateur völlig verborgen sein!

  • Ist das Pferd aufgrund des Mangels untauglich für die Disziplin, für die es bestimmt ist?

  • Lag der Mangel bereits vor dem Verkauf vor? Zu beweisen ist, dass der Mangel bereits vor der Übergabe des Pferdes vorlag, z.B. durch Atteste von einem Tierarzt.

Ein versteckter Mangel ist oft schwierig zu beweisen, da der Zeitpunkt der Entstehung des Mangels nicht immer feststellbar ist. Deshalb ist es auch extrem wichtig, einen Kaufvertrag mit entsprechenden Garantien abzuschließen!



3. Hemmungsmängel



Die Artikel 1641 bis 1647 des Bürgerlichen Gesetzbuches und die Artikel L 213-1 ff. und R 213-1 ff. des Landwirtschaftsgesetzbuches beschäftigen sich mit Hemmungsmängeln. Eine Liste der Hemmungsmängel wurde in diesen Artikeln festgelegt:

  • Alte und intermittierende Lahmheit

  • Unbeweglichkeit

  • Isolierte periodische Fluxion Uveitis

  • Nervöses Zucken mit oder ohne Zahnabnutzung

  • Lungenemphysem

  • Chronische Hemiplegie des Larynxes

  • Infektiöse Anämie der Pferde


Sobald Ihr Pferd einen in der Liste aufgelisteten Mangel aufweist, können Sie diesen Anspruch geltend machen.


Die Geltendmachungsfrist ist jedoch sehr kurz: Zehn Tage nach der Entbindung und dreißig Tage in Fällen von isolierter Uveität oder infektiöser Anämie.



4. Willensmangel



Im Bürgerliche Gesetzbuch heißt es in den Artikeln 1109 ff.: "Es liegt keine gültige Einwilligung vor, wenn die Zustimmung nur versehentlich erteilt wurde oder wenn sie mit Gewalt erzwungen oder durch Arglist überrascht wurde".


Die Frist beträgt fünf Jahre ab der Entdeckung des Fehlers oder der Arglist oder Gewalt.


Fehler


Laut Artikel 1110 des Bürgerlichen Gesetzbuches muss der Fehler wesentlich sein, d.h. der Fehler muss sich auf ein sehr wichtiges Element beziehen, das das Pferd entsprechend der Motivation des Kaufs unbrauchbar machen könnte. Zum Beispiel eine Stute für den sofortigen Wettbewerb zu kaufen, wenn man entdeckt, dass sie trächtig ist, oder ein Pferd zu kaufen, das in einer Anzeige als sanft und ideal für einen Anfängerreiter dargestellt wird, wenn er sich als nervös und schwierig zu reiten erweist.


Noch einmal: Denken Sie daran, dass der Kaufvertrag erforderlich ist, denn es ist Sache des Käufers, den Fehler zu beweisen!


Arglist


Es handelt sich um ein Manöver, das darauf abzielt, die Zustimmung des Erwerbers zu täuschen.


Es ist ziemlich schwierig, diese Art von Mängeln zu beweisen, da der Käufer beweisen muss, dass der Verkäufer Kenntnis von dem Mangel hatte und vorsätzlich gehandelt hat, um ihn zu verbergen. Zum Beispiel ein Pferd, das an Osteoarthritis leidet, welche vor dem Verkauf in einem tierärztlichen Attest erscheint. Solche Dokumente müssen aber erst gefunden werden...


Gewalt


Der Richter beurteilt die Gewalt nach der Person, die sie erleidet. Hier darf es kein einfacher Streit sein, die Gewalt muss von einer Art sein, die einen Eindruck auf eine vernünftige Person macht ("furchteinflößend").


Möchten Sie Ihre Ansprüche geltend machen? Zögern Sie nicht, mich zu kontaktieren!


Beste Grüße

Eve Leclercq



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